NSU TTS

NSU TTS - So frisiert man Autos!

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NSU TTS: Rallye- und Rennwagen von Fließband

Artikel von hobby - Das Magazin der Technik Nr. 6/67
22.3.1967 Jahrgang XV - Ing. Anton Konrad

Der NSU TTS, ein 1000er mit 70 PS Leistung, die durch einen Umbausatz auf 85 PS gesteigert werden kann, hat für einen erfolgreichen Sporteinsatz in Rallyes oder Rennen außerordentlich gute Voraussetzungen. Die Leistung von 70 PS erreicht der TTS durch folgende Umbauten: Spezialkolben (Verdichtung 10,5:1), größere Ventile, Spezialnockenwelle, 2 Solex-Flachstromvergaser mit Spezialansaugkrümmer. Hinzu kommen natürlich die Bearbeitung der Ein- und Auslaßkanäle und sorgfältige Abstimmungsarbeiten. Ein großvolumiger Luftfilter dämpft das Ansauggeräusch auf zivile Werte, und die Auspuffanlage gleicht der Serienausführung. Als Nenndrehzahl gibt NSU 6150 U/min an, doch die Drehzahl des mechanisch so gesunde Motors liegt weit höher. Das merkt man an der 'scharfen' Ausführung mit 85 PS! Der Umbausatz wird ebenso wie das Auto vom Fließband geliefert und ist besonders für jene NSU-Fahrer interessant, die an Berg- oder Rundstreckenrennen teilnehmen wollen. Er umfaßt zwei andere Vergaser und eine offene Rennauspuffanlage. Die Umrüstung der Vergaser ist noch nicht endgültig. Zur zeit laufende Versuche sollen klären, ob allein durch eine andere Düsenbestückung die 85 PS erreicht werden können. Der 'heiße Ofen' hat natürlich offene Vergaser mit vier kurzen Ansaugtrichtern, durch die er die Luft 'einschlürft'. Serienmaßig hat der TTS einen Ölkühler an der Frontseite unter dem Nummerschild, so daß man den Motor thermisch nicht überlasten kann.

Testfahrt auf der Rennstrecke

Wo kann man schnelle Autos besser ausprobieren als auf einer abgesperrten Rennstrecke? NSU hatte für unsere Testfahrt das Hockenheim-Motodrom reserviert, und hobby drehte auf diesem Kurs einige schnelle Runden. Der TTS ist äußerlich von seinen zivilen Brüdern nur durch die hochgestellte Motorhaube zu erkennen. Wer ganz genau hinsieht, entdeckt an der Vorderseite den Zusatz-Ölkühler, und das heißt: Aufgepaßt, unter dieser unscheinbaren Karosserie steckt ein verkappter Rennwagen! Die Innerausrüstung ist betont sportlich: große, gut ablebare Instrumente, Dreispeichenlenkrad, schwarze Skai-Sitzbezüge. Willig springt der Motor an und läuft (in der 70-PS-Ausführung) so ruhig wie der eines Alltagsautos. Beim Beschleunigen spürt man die geballte Kraft im Heck und notiert dankbar den vorhandenen Drehzalmesser. Im Nu schnellt die Nadel auf 7000 U/min, ohne daß der Motor ein Zeichen der Anstrengung von sich gibt. Den 85-PS-Motor haben wir kurzzeitig bis 7500 U/min gedreht, was im 4. Gang einer Höchstgeschwindigkeit von über 170 km/h entspricht. Das Fahrwerk ist der Motorleistung angepaßt: Härtere Stoßdämpfer und ein negativer Sturz der Vorderräder zaubern ein Fahrverhalten, das für einen Heckmotorwagen erstaunlich ist: keine Heckschleuder, sondern ein klare Untersteuer. Man muß sich daran gewöhnen, aber dann kann man die Kurven mit extrem hohen Geschwindigkeiten durchfahren.

Tourenwagen der Gruppe 2: Chance für Privatfahrer

Ein Sonderlob verdienen die Bremsen: vorn Scheiben-, hinten Trommelbremsen. Auch nach mehreren schnellen Runden arbeiten sie zuverlässig mit ausgezeichneten Verzögerungswerten. Einziger Ansatzpunkt zur Kritik wäre der Schalensitz, der dem Rotstift der Kalkulatoren zum Opfer fiel. Aber davon abgesehen ist der NSU TTS ein in Motorleistung und Fahrwerk harmonisches Sportgerät, das rallyefertig zu dem günstigen Preis von 7500,- DM ausgeliefert wird. Der TTS wird zunächst in einer Serie von 1000 Stück gebaut, um ihn als Tourenwagen der Gruppe 2 homologieren zu können. Damit gibt NSU den jungen Motorsportfreunden ein aussichsreiches Fahrzeug in die Hand und unterstützt die NSU-Fahrer außerdem durch recht respektable Prämien. Diese Tatsache ist sehr erfreulich, und man muß es der Firma NSU hoch anrechnen, daß sie als einzige deutsche Automobilfabrik die Privatfahrer in größerem Rahmen unterstützt.