NSU 1300 Spieß / Spiess - Daten

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NSU 1300 Spieß

Peter Hellgut

Foto Seufert / Spiess, Sommer, Hellgut (1970 ? Seite 60-61)

Der NSU TT 1200 ist, verglichen mit dem Serien-Escort, als geradezu sportliches Auto anzusprechen. Sein Motor ist von der Konstruktion her ein Prachtexemplar. Mit obenliegender Nockenwelle, acht getrennten, auf verschiedenen Seiten liegenden Ein- und Auslaßkanälen sowie einem heXlichen, halbkugelförmigen Brennraum über den Kolben leistet das Triebwerk mit zwei Vergasern 65 PS bei einem Hubraum von 1200 ccm. Das Fahrwerk ist von Haus aus schon sehr sportlich. Hinzu kommt, daß der NSU TT als Musterbeispiel an gekonntem Karosserieleichtbau anzusehen ist. Dieses Auto bietet, ganz im Gegensatz zum Escort, von Haus aus alle Voraussetzungen, um mit relativ geringem zusätzlichem Aufwand, wiederum am Escort gemessen, zu einem erfolgreichen Rennauto umgebaut zu werden. Fast alle serienmäßig vorhanden Teile von Motor und Fahrwerk finden auch, natürlich oft in stark modifizierter Form, im Renntourenwagen Verwendung. Am Motor sind bei den meisten Renn-NSU lediglich Kolben, Nockenwelle und Auspuffanlage nicht serienmäßige Teile.

NSU 1300 SpießFoto 1. Der Spieß-NSU unterscheidet sich äußerlich nur durch den großen Ölkühler und die Alu-Felgen von einem serienmäßigen NSU.

 

 


Doppelvergaser und Doppelzündung

Foto 2. Die kurzen, geraden Ansaugrohre beim Spieß-Motor enden in einem Luftkasten hinter der Rücksitzbank, in dem sich die Vergaser befinden. Deutlich (?) sind in den Brennräumen neben den Öffnungen für die Ein- und Auslaßventile die beiden kleineren Öffnungen zu sehen, in denen die Kerzen der Doppelzündung münden. Der Doppelzündverteiler liegt jetzt auf der rechten Seite.

Über die letzten Jahre betrachtet ist Siegfried Spieß nicht nur der erfolgreichste NSU-Fahrer, sondern auch der bekannteste Tuner von NSU-Fahrzeugen. Sein uns zur Verfügung stehendes Fahrzeug, wie der Escort vorbereitet für die Spezialtourenwagenklasse bis 1300 ccm, scheint sein Meisterstück geworden zu sein. Bei Sigi Spieß gilt die Idealkombination, daß der Tuner, er ist Kfz-Meister, sein Auto auch selbst im Rennen fährt. Bei der Erstellung eines Spitzenautos kann das von größer Wichtigkeit sein. Über die schon genannten Änderungen hinaus ist an diesem Motor echte Pionier-Arbeit geleistet worden.

Der Hubraum wurde dem Reglement entsprechend dicht an 1300 ccm heran, auf 1260 ccm, gesteigert. Die serienmäßigen Zylinderköpfe sind mit Doppelzündung versehen worden, was gegenüber einem Motor mit Einfachzündung ein Leistungsplus von ca. 6 PS gebracht haben soll. Die zweite Zündkerze ragt symmetrisch zur Originalkerze in den Brennraum. Der Zündverteiler, jetzt ein Doppelzündverteiler, wird von der Nockenwelle nicht wie serienmäßig an der linken Fahrzeugseite angetrieben, er ist an die rechte Seite gerückt und an dem Kettenkasten, der den Nokkenwellenantrieb abkapselt, angeflanscht.

Bisher wurde von nahezu allen NSU-Tunern das Seriensaugrohr des TTS für die 2 Doppelvergaser eingesetzt. Dieses Saugrohr ist relativ lang und läßt sich aufgrund seiner Biegung von ca, 150° relativ mühselig bearbeiten. Ein Grund für Sigi Spieß, dies zu änderen. In die Trennwand vom Motorraum zum Kofferraum hinter den Rücksitzen wurde ein großes Loch geschnitten und mit einem Kasten, aus dem die Vergaser aus der rechten Hecköffnung ansaugen, wieder verschlossen. Es liegen jetzt kurze, weite, aus Leichtmetall gegossene Ansaugstutzen für die zwei Doppelvergaser vor. Trotz der ganz hervorragenden Ausgangsbasis und den über das übliche hinausgehenden einschneidenden Maßnahmen erreicht der Motor lange nicht die Leistung des Escort, der im modifizierten Zustand weitaus unkultivierter erscheint. Der NSU-Motor erreicht ca, 120 PS bei 7800 U/min. Die große Schwierigkeit dürfte ohne Zweifel in der Luftkühlung des Motors zu sehen sein. Einerseits schluckt das mit Kurbelwellendrehzahl laufende Kühlgebläse einen beträchtlichen Anteil an Leistung, zum anderen dürfte das relativ leichte, zierliche Leichtmetallkurbelgehäuse in keiner Weise die Steifigkeit des Escort-Grauguß-Gehäuses eher die unterste, unter schlechten Bedingungen erreichbare Leistung darstellen.

Was der Escort mehr an Leistung hat, macht der NSU durch sein niedriges Gewicht wieder wett. Die Leichtfüßigkeit ist in das Auto hineinkonstruiert, es sind zum Erreichen der 620 pk weder Spezialhauben nog -türen nötig, alles bleibt serienmäßig.

Ebenso die Bremsen und alle Teile des Fahrwerks, außer den Stoßdämpfern und den Leichtmetallfelgen. Das Getriebe entspricht mit Ausnahme anderer Gangübersetzungen ebenfalls der Serie.

Durch die wenigen Spezialteile hat das Fahrzeug van Sigi Spieß, die am Escort gemessen geradezu lächerlich geringe Summe von DM 15.000 gekostet.

Das Auto macht von außen wie von innen einen nahezu serienmäßigen Eindruck. Beim Fahren fühlt man sich nicht in eine Höllenmaschine versetzt wie beim Escort. Wie auf Samtpfoten schießt das Rennerie, relativ komfortabel gefedert, von der Startlinie weg. Allein die problemlose Handhabung müßte gegenüber dem den ganzen Mann fordernden Escort im Rennen ein Plus darstellen. Die erzielten Beschleunigungszeiten waren vor allem auch auf Grund der Mühelosigkeit, mit der sie erreicht wurden, begeisternd.

NSU 1300 “Spieß”

Motorleistung: 120 PS bei 7800 U/min
Max. zul. Drehzahl: kurzzeitig 8000 U/min
Gewicht rennfertig: 620 kp
Leistungsgewicht: ca. 5,2 kp/PS
Felgenbreiten: vorn 5 1/2 Zoll, hinten 6 Zoll
Reifen von Dunlop: vorn und hinten 3,75 x 8.00 x 12”
Erstellungspreis: ca. DM 15.000,-
Erfolge: bisher bei jedem Start schnellster Wagen seiner Klasse.

Beschleunigungswerte:
Spieß-NSU
0 bis 200 m: 10,3 sec
0 bis 400 m: 15,8 sec - NSU TT 18,6 sec
0 bis 600 m: 20,5 sec
0 bis 800 m: 24,9 sec
0 bis 1000 m: 29,0 sec - NSU TT 35,3 sec
Höchstgeschwindigkeit: 184 km/h bei 7900 U/min


Escort 1300 GT “Zakspeed”

Motorleistung: 140 PS bei ca. 8000 U/min
Max. zul. Drehzahl beim Schalten: kurzzeitig 9200 U/min
Gewicht rennfertig: 770 kp
Leistungsgewicht: ca. 5,5 kp/PS
Felgenbreiten: vorn 7 Zoll, hinten 9 1/4 Zoll
Reifen Dunlop Racing: vorn 10.00-13, hinten 11.50-13
Anschaffungspreis: ca. DM 45.000,-
Baujahr: 1969
Erfolge: Klassensiege bei zahlreichen Bergmeisterschaftsläufen, Toerenwagen-Gesamtsieg beim Wasgau-Bergrennen.

Beschleunigungswerte:
Zakspeed Escort
0 bis 200 m: 11,1 sec
0 bis 400 m: 17,1 sec - Escort GT (Serie) 18,9 sec
0 bis 600 m: 22,3 sec
0 bis 800 m: 27,1 sec
0 bis 1000 m: 31,8 sec - NSU TT 36,1 sec
Höchstgeschwindigkeit: 177,3 km/h bei 8400 U/min


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